Gemeindeportrait

Die Stadt Schlotheim liegt im Norden des Freistaates Thüringen, genau zwischen Harz und Thüringer Wald im Unstrut-Hainich-Kreis.

Im Jahre 974, erstmals in einer Urkunde Kaiser Otto II. erwähnt, kann Schlotheim heute auf eine über tausendjährige Vergangenheit zurückblicken. Aus dieser Urkunde, deren Original sich in Wolfenbüttel befindet, erfahren wir, dass Kaiser Otto II. seiner Gemahlin Theophano Schlotheim zum Geschenk machte.

1290 wird der Ort urkundlich als Münzstätte erwähnt und erhält in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts das Stadtrecht.

1424 endete der dauernde Besitzwechsel von Schloß und Stadt mit dem Verkauf Schlotheims an die Herren von Hopfgarten. Maximilian Ernst von Hopfgarten ließ 1768 die alte Burg abreißen und den Herren von Schwarzburg Sondershausen nacheifernd, begannen die Hopfgartens mit der Errichtung eines stattlichen Barockschlosses, in welchem heute ein heilpädagogische-therapeutische Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe untergebracht ist.

Bis ins 16. Jahrhundert lässt sich die Tradition der Seilerei zurückverfolgen.
So entstand aus der Leineweberei, auf die noch heute Namen wie Flachsmarkt und Hanfsee hinweisen, das Seilerhandwerk in Schlotheim. 1836 errichtete ein Kaufmann Krackrügge aus Erfurt den ersten Großbetrieb in Schlotheim.

1945 wurde die erste Oberschule ins Leben gerufen. Sie war als eine der besten Schulen im Kreis Sondershausen bekannt. An diese Traditionen hat Schlotheim nach der Einheit Deutschlands als vorzüglicher Gymnasialstandort wieder anknüpfen können.

Auf der Basis, des in der DDR herrschenden Systems, nahm Schlotheim als Industriestandort eine progressive Entwicklung. In den 60er Jahren lagen die Schlotheimer mit ihrem Exportaufkommen an Industriegütern pro Kopf der Bevölkerung republikweit an der Spitze. Die Stadt bot ihren Bewohnern und den Menschen der umliegenden Gemeinden rund 3.500 Arbeitsplätze, die sich auf 5 Großbetriebe und etwa 40 kleinere Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe konzentrierten. Die Produktpalette wurde bestimmt durch die Herstellung von technischen Textilien, Sportartikeln und teilweise Metallindustrie sowie Autozubehörproduktionen.

Die Wende im November 1989 brachte Schlotheim eine einschneidende strukturelle Veränderung. Fast alle Betriebe mussten schließen. Tausende Arbeitsplätze gingen verloren.

Heute hat sich viel verändert, Handel und Dienstleistungen erlebten einen Aufschwung und das produzierende Gewerbe hatte sich wieder etabliert.

Schlotheim verfügt über günstige Verkehrsanbindungen. Eine Ortsumgehungsstraße, die 1997/1998 gebaut wurde, führt die Bundesstraße 249 genau zwischen Gewerbegebiet und Stadt vorbei, was für die Zukunft der Stadt unabdingbar war und als einer der größten Erfolge konsequenter, zukunftsorientierter Kommunalpolitik zu werten ist.

Bis zur Autobahn 4 sind es jeweils knapp 40 Kilometer und man erreicht diese entweder in Gotha oder Eisenach. Mit dem Bau der Bundesautobahn A 38 Göttingen-Nordhausen-Halle/Leipzig entstand eine Autobahnanbindung nach Norden (Anschlussstellen Bleicherode 30 km). Schließlich trägt auch die A 71 (Erfurt) zur verbesserten Anbindung an das großräumige Straßennetz bei.

 

Foto: Stadt Schlotheim

Schlotheim hat mit seinen seit 1994 zugehörigen Ortsteilen Hohenbergen und Mehrstedt ca. 3600 Einwohner. In der Mitte eines Dreiecks von 3 Mittelzentren (Mühlhausen, Sondershausen, Bad Langensalza) gelegen, strebt Schlotheim eine Teilfunktion als Grundzentrum für einen Einzugsbereich von 10.000 Einwohnern an. Die Voraussetzungen dafür sind mehr als realistisch. Grundlage hierfür ist eine intakte Infrastruktur, die mit großen Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gemeinwesen seit 1990 geschaffen wurde. Heute bietet Schlotheim in Industrie, Handwerk und Dienstleistungen wieder über 2.500 Arbeitsplätze. Größte Betriebseinheiten stellen etwa 400 – 600 Beschäftigte, überwiegend in der Automobilindustrie, Sportartikel- und Möbelproduktion und Elektrotechnik.

Was Schlotheims Infrastruktur anbelangt, so kann man mit Recht stolz auf das Erreichte sein. Das sich die Schlotheimer und die Bürger der Ortsteile Hohenbergen und Mehrstedt in ihrer Stadt und den Ortsteilen wohlfühlen, hängt in großem Maße von der intakten Infrastruktur, aber auch von den Perspektiven, die die Stadt ihren Bürgern bietet, ab.

Schlotheim ist Schulstandort für die Region mit Grund-, Haupt- und Regelschule sowie einem Gymnasium. Eine Kindertagesstätte, der AWO-Seniorenpark, das Frauen- und Familienzentrum, das Jugendfussball-Leistungszentrum, das Sportzentrum mit Kegelbahn, Tennishalle, 3-Felder-Sporthalle, Fitness-Center, Sportstadion und Seilerbad sowie das Seilermuseum an der alten Mühle und die Stützpunktfeuerwehr bieten den über 30 Vereinen und den ehrenamtlich engagierten Bürgern unserer Stadt, vielfältig Raum zur Freizeitgestaltung und zur Verbesserung der Lebensqualität.

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Mehrstedt

Mit der ersten Gebietsreform 1994 wurden die Gemeinden Hohenbergen (Einwohner) und Mehrstedt (Einwohner) in die Stadt Schlotheim eingemeindet und das Ortsteilrecht eingeführt.

Mehrstedt wurde als Siedlung im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort ist ein typisches Haufendorf, deren Bewohner von Ackerbau und Viehzucht lebten. Eine bedeutende Rolle spielte die Pferdezucht und deren Handel. Aber auch kleine Handwerksbetriebe wie Schmiede, Schreinerei, Stellmacherei und Seilereien waren in Mehrstedt ansässig. Der Ort wird von Drei- und Vierseitenhöfen geprägt, die in ihrer historischen Architektur fast vollständig erhalten sind. Heute ergeben mit viel Liebe gepflegte Fachwerkhäuser und Klinkenfassaden ein abwechslungsreiches Straßenbild. Ein Kleinod ist die Kirche aus dem 17. Jahrhundert, die sich in ihrer schlichten Schönheit beschieden in das Dorfbild einfügt. Verwinkelte Gassen verleihen dem Ort eine beschauliche Romantik. Die den Ort umschließende „Hecke“, ein historischer Schutzwall, wie auch das nahegelegene Urtal laden zum Wandern ein.

Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms hat sich in den letzten Jahren einiges in Mehrstedt verändert. Das Dorf wurde grundhaft saniert. Straßen, Gehwege, Plätze, Straßenbeleuchtung, Abwasserkanäle, diverse Versorgungsleitungen und vieles andere wurden neu geschaffen. Ein Prunkstück ist der im Jahr 1997 fertiggestellte Dorfanger mit Löschteich und Pumpenhäuschen. Zum kulturellen Beisammensein tragen vor allem die beiden ansässigen Vereine, der Feuerwehrverein und der Sportverein TSV 1920 Mehrstedt bei.

Anger Mehrstedt

Hohenbergen

Hohenbergen fand im Jahre 1359 als „Hohenberga“ zum ersten Mal urkundliche Erwähnung. Die Siedlung gehörte den Herren von Körner. Nachdem der Ort durch kriegerische Ereignisse völlig zerstört war, wurde er 1433 an das Kloster Volkenroda abgetreten und von diesem wieder aufgebaut.

In den Thüringer Sagen lässt sich die Entstehungsgeschichte des Dorfnamens finden. Nach der Zerstörung des Ortes suchten die Bewohner eine neue Stelle zum Siedeln. Sie fanden sie schließlich zwischen zwei hohen Bergen und nannten diesen neuen Ort „Hohenbergen“.

Entlang der Dorfstraße (Hauptstraße) gruppieren sich die Wohnhäuser mit Nebengebäuden und Gärten. Der Ort wird in seiner Länge durch einen Bach, der durch das gesamte Dorf fließt, geteilt.

In den letzten Jahren wurden auch hier Straßen; Plätze und Gebäude im Rahmen der Dorferneuerung saniert. Auf private Initiative ortsansässiger Gewerbetreibender, ist die Renovierung der Kirche vorgenommen worden. Hohenbergen hat sich unübersehbar in einen schmucken und liebenswerten Ort verwandelt.

Ortsansicht Hohenbergen